Logo Heimatverein Hasel√ľnne

Heimatverein Haselünne - Heimatmuseum Haselünne

Stadtwappen-Paulus

Was ist ein Schnatgang?

Informationen dazu unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Schnadegang

Grenzsteine Bawinkel-Haselünne

Die Grenze zwischen Bawinkel und Haselünne war seit dem Mittelalter gleichzeitig auch die Staatsgrenze zwischen der Grafschaft Lingen und dem Niederstift Münster.
Seit dem 16. Jahrhundert sind Streitigkeiten zwischen dem Kirchspiel Bawinkel einerseits und den Kirchspielen Bokeloh und Haselünne andererseits um den genauen Grenzverlauf vielfach bezeugt.
Nach 1815 gehörte das gesamte Emsland zum Königreich Hannover. Das Emsland wurde in neue Ämter eingeteilt. Die genauen Grenzen zwischen den Ämtern Lingen, Meppen und Haselünne waren anfangs nicht festgelegt, wurden aber später genau bestimmt, vermessen und markiert, denn die Ämtergrenzen waren auch die Grenzen der Gerichtsbezirke und keine Gemeinde sollte Gebietsanteile in mehreren Ämtern besitzen.
Haverbeck und Kosterholte gehörten seinerzeit noch zum Kirchspiel Bokeloh und kamen somit zum Amt Meppen, der Bereich Gelshof und Schwindeler zum Kirchspiel Haselünne und somit auch zum Amt Haselünne. Genaue Grenzlinien zwischen den Ortschaften gab es aber noch nicht.
Bei der Markierung der Ämtergrenzen wurde die Grenze zwischen dem Kirchspiel Bawinkel im Amt Lingen schon vor 1850 in Grenzsteinen markiert, die auf der einen Seite die Aufschrift "Bawinkel" und auf der anderen die Aufschrift "Meppen" zeigen.
Der genaue Grenzverlauf zwischen Bawinkel und Haselünne im Bereich des Gelsbruchs war 1853 aber immer noch strittig. Hier wurde um jedes Grundstück gerungen und so konnte auch die Ämtergrenze noch nicht festgelegt werden.
Hintergrund war wohl die Teilung der Lotten-Haselünner Mark, an deren Nutzung auch etliche Einwohner von Bawinkel beteiligt waren. Diese Teilung wurde 1846 beantragt und 1847 von der Regierung anerkannt. 1850/51 erfolgte die Vermessung im Gelände durch den Bauinspektor Niehaus aus Haselünne. Aber erst im Mai 1861 hatten alle Beteiligten den Beschluss unterschrieben.
Damals einigte man sich auf eine sehr verwinkelte Grenzziehung, deren Verlauf im Gelände aufwendig mit insgesamt 23 Grenzsteinen markiert werden musste. Etliche dieser Grenzsteine sind noch erhalten. Sie zeigen auf der einen Seite ein H (für das Amt Haselünne) und auf der Gegenseite ein L (für das Amt Lingen) sowie eine Zahl, mit der die Steine fortlaufend von West nach Ost nummeriert sind.
Bei der Flurbereinigung vereinbarte man einen neuen Verlauf der Gemeindegrenze, sodass die meisten der Steine heute nicht mehr die aktuelle Grenzlinie markieren.